Hiob
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10
Nicht mehr kehrt er zurück
zu seinem Hause, und seine
Stätte erkennt ihn nicht mehr.
11
So will auch ich meinen
Mund nicht zurückhalten, will
reden in der Bedrängnis mei-
nes Geistes, will klagen in der
Bitterkeit meiner Seele.
12
Bin ich ein Meer, oder ein
Seeungeheuer, daß du eine
Wache wider mich aufstellst?
13
Wenn ich sage: Trösten
wird mich mein Bett, mein La-
ger wird tragen helfen meine
Klage,
14
so erschreckst du mich mit
Träumen, und durch Gesichte
ängstigst du mich,
15
so daß meine Seele Ers-
tickung vorzieht, den Tod lieber
wählt als meine Gebeine.
16
Ich bin's überdrüssig, nicht
ewiglich werde ich ja leben:
Laß ab von mir! Denn ein
Hauch sind meine Tage.
17
Was ist der Mensch, daß
du ihn hochhältst, und daß du
dein Herz auf ihn richtest,
18
und alle Morgen ihn heim-
suchst, alle Augenblicke ihn
prüfst?
19
Wie lange willst du nicht
von mir wegblicken, nicht von
mir ablassen, bis ich meinen
Speichel verschlucke?
20
Habe ich gesündigt, was tat
ich dir an, du Beobachter der
Menschen? Warum hast du
mich dir zum Angriffspunkt ge-
setzt, daß ich mir selbst zur
Last geworden bin?
21
Und warum vergibst du
nicht meine Übertretung und
lässest nicht vorübergehen
meine Missetat? Denn nun
werde ich in den Staub mich
legen, und suchst du nach mir,
so bin ich nicht mehr.
8
kapitel
1
Und Bildad, der Schuchiter,
antwortete und sprach:
2
Wie lange willst du solches
reden, und sollen die Worte
deines Mundes ungestümer
Wind sein?
3
Wird Gott das Recht beugen,
oder wird der Allmächtige beu-
gen die Gerechtigkeit?
4
Wenn deine Kinder gegen
ihn gesündigt haben, so gab er
sie ihrer Übertretung preis.
5
Wenn du Gott eifrig suchst
und zu dem Allmächtigen um
Gnade flehst,