Hiob
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den sie über mich.
19
Alle meine Vertrauten ve-
rabscheuen mich, und die ich
liebte, haben sich gegen mich
gekehrt.
20
Mein Gebein klebt an mei-
ner Haut und an meinem Flei-
sche, und nur mit der Haut
meiner Zähne bin ich entron-
nen.
21
Erbarmet euch meiner, er-
barmet euch meiner, ihr meine
Freunde! Denn die Hand Gottes
hat mich angetastet.
22
Warum verfolget ihr mich
wie Gott, und werdet meines
Fleisches nicht satt?
23
O daß doch meine Worte
aufgeschrieben würden! O daß
sie in ein Buch gezeichnet
würden,
24
mit eisernem Griffel und
Blei in den Felsen eingehauen
auf ewig!
25
Und ich, ich weiß, daß mein
Erlöser lebt, und als der Letzte
wird er auf der Erde stehen;
26
und ist nach meiner Haut
dieses da zerstört, so werde
ich aus meinem Fleische Gott
anschauen,
27
welchen ich selbst mir an-
schauen, und den meine Augen
sehen werden, und kein ande-
rer: meine Nieren verschmach-
ten in meinem Innern.
28
Wenn ihr saget: Wie wollen
wir ihn verfolgen? und daß die
Wurzel der Sache in mir sich
befinde,
29
so fürchtet euch vor dem
Schwerte! Denn das Schwert ist
der Grimm über die Missetaten;
auf daß ihr wisset, daß ein Ge-
richt ist.
20
kapitel
1
Und Zophar, der Naamathi-
ter, antwortete und sprach:
2
Darum geben meine Gedan-
ken mir Antwort, und deswegen
bin ich innerlich erregt:
3
Eine Zurechtweisung, mir zur
Schande, höre ich; aber mein
Geist antwortet mir aus meiner
Einsicht.
4
Weißt du dieses, daß von je-
her, seitdem der Mensch auf
die Erde gesetzt wurde,
5
der Jubel der Gesetzlosen
kurz und die Freude des Ruch-
losen für einen Augenblick war?
6
Stiege auch seine Höhe bis
zum Himmel hinauf, und rührte
sein Haupt an die Wolken: