Hiob
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32
Und er wird zu den Grä-
bern hingebracht, und auf dem
Grabhügel wacht er.
33
Süß sind ihm die Schollen
des Tales. Und hinter ihm her
ziehen alle Menschen, und vor
ihm her gingen sie ohne Zahl.
34
Wie tröstet ihr mich nun
mit Dunst? Und von euren
Antworten bleibt nur Treulosig-
keit übrig.
22
kapitel
1
Und Eliphas, der Temaniter,
antwortete und sprach:
2
Kann ein Mann Gott Nutzen
bringen? Vielmehr sich selbst
nützt der Einsichtige.
3
Liegt dem Allmächtigen da-
ran, wenn du gerecht bist,
oder ist es ihm ein Gewinn,
wenn du deine Wege vollkom-
men machst?
4
Ist es wegen deiner Gottes-
furcht, daß er dich straft, mit
dir ins Gericht geht?
5
Ist nicht deine Bosheit groß,
und deiner Missetaten kein En-
de?
6
Denn du pfändetest deinen
Bruder ohne Ursache, und die
Kleider der Nackten zogest du
aus;
7
den Lechzenden tränktest du
nicht mit Wasser, und dem
Hungrigen verweigertest du das
Brot.
8
Und dem Manne der Gewalt,
ihm gehörte das Land, und der
Angesehene wohnte darin.
9
Die Witwe schicktest du leer
fort, und die Arme der Waisen
wurden zermalmt.
10
Darum sind Schlingen rings
um dich her, und ein plötz-
licher Schrecken macht dich
bestürzt.
11
Oder siehst du nicht die
Finsternis und die Wasserflut,
die dich bedeckt?
12
Ist Gott nicht so hoch wie
die Himmel? Sieh doch den
Gipfel der Sterne, wie erhaben
sie sind!
13
Und so sprichst du: Was
sollte Gott wissen? Kann er
richten durch Wolkendunkel
hindurch?
14
Die Wolken sind ihm eine
Hülle, daß er nicht sieht, und
er durchwandelt den Kreis des
Himmels.
15
Willst du den Pfad der Vor-
zeit einhalten, welchen die
Frevler betraten,