Hiob
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grund.
7
Er spannt den Norden aus
über der Leere, hängt die Erde
auf über dem Nichts.
8
Er bindet die Wasser in sei-
ne Wolken, und das Gewölk
zerreißt nicht unter ihnen.
9
Er verhüllt den Anblick seines
Thrones, indem er sein Gewölk
darüber ausbreitet.
10
Er rundete eine Schranke
ab über der Fläche der Wasser
bis zum äußersten Ende, wo
Licht und Finsternis zusammen-
treffen.
11
Die Säulen des Himmels
wanken und entsetzen sich vor
seinem Schelten.
12
Durch seine Kraft erregt er
das Meer, und durch seine
Einsicht zerschellt er Rahab.
13
Durch seinen Hauch wird
der Himmel heiter, seine Hand
durchbohrt den flüchtigen
Drachen.
14
Siehe, das sind die Säume
seiner Wege; und wie wenig
haben wir von ihm gehört! Und
den Donner seiner Macht, wer
versteht ihn?
27
kapitel
1
Und Hiob fuhr fort, seinen
Spruch anzuheben, und sprach:
2
So wahr Gott lebt, der mir
mein Recht entzogen, und der
Allmächtige, der meine Seele
bitter gemacht hat,
3
so lange mein Odem in mir
ist, und der Hauch Gottes in
meiner Nase:
4
wenn meine Lippen Unrecht
reden werden, und wenn meine
Zunge Trug aussprechen wird!
5
Fern sei es von mir, daß ich
euch recht geben sollte; bis ich
verscheide, werde ich meine
Unsträflichkeit nicht von mir
weichen lassen.
6
An meiner Gerechtigkeit halte
ich fest und werde sie nicht
fahren lassen: mein Herz
schmäht nicht einen von mei-
nen Tagen.
7
Mein Feind sei wie der Ge-
setzlose, und der wider mich
auftritt wie der Ungerechte.
8
Denn was ist des Ruchlosen
Hoffnung, wenn Gott absch-
neidet, wenn er seine Seele
herauszieht?
9
Wird Gott sein Geschrei hö-
ren, wenn Bedrängnis über ihn