Sprüche
1360 
Morgen, an Liebkosungen uns
ergötzen.
19
Denn der Mann ist nicht zu
Hause, er ist auf eine weite
Reise gegangen;
20
er hat den Geldbeutel in
seine Hand genommen, am
Tage des Vollmondes wird er
heimkehren.
21
Sie verleitete ihn durch ihr
vieles Bereden, riß ihn fort
durch die Glätte ihrer Lippen.
22
Auf einmal ging er ihr nach,
wie ein Ochs zur Schlachtbank
geht, und wie Fußfesseln zur
Züchtigung des Narren dienen,
23
bis ein Pfeil seine Leber
zerspaltet; wie ein Vogel zur
Schlinge eilt und nicht weiß,
daß es sein Leben gilt.
24
Nun denn, ihr Söhne, höret
auf mich, und horchet auf die
Worte meines Mundes!
25
Dein Herz wende sich nicht
ab nach ihren Wegen, und irre
nicht umher auf ihren Pfaden!
26
Denn viele Erschlagene hat
sie niedergestreckt, und zahl-
reich sind alle ihre Ermordeten.
27
Ihr Haus sind Wege zum
Scheol, die hinabführen zu den
Kammern des Todes.
8
kapitel
1
Ruft nicht die Weisheit, und
läßt nicht die Einsicht ihre
Stimme erschallen?
2
Oben auf den Erhöhungen
am Wege, da wo Pfade zu-
sammenstoßen, hat sie sich
aufgestellt.
3
Zur Seite der Tore, wo die
Stadt sich auftut, am Eingang
der Pforten schreit sie:
4
Zu euch, ihr Männer, rufe
ich, und meine Stimme ergeht
an die Menschenkinder.
5
Lernet Klugheit, ihr Einfälti-
gen, und ihr Toren, lernet
Verstand!
6
Höret! Denn Vortreffliches will
ich reden, und das Auftun
meiner Lippen soll Geradheit
sein.
7
Denn mein Gaumen spricht
Wahrheit aus, und Gesetzlosig-
keit ist meinen Lippen ein
Greuel.
8
Alle Worte meines Mundes
sind in Gerechtigkeit; es ist
nichts Verdrehtes und Verkehr-
tes in ihnen.
9
Sie alle sind richtig dem
Verständigen, und gerade de-
nen, die Erkenntnis erlangt ha-