Prediger
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ren viele, und seine Seele sät-
tigte sich nicht an Gutem, und
auch würde ihm kein Begräbnis
zuteil, so sage ich: Eine Fehl-
geburt ist besser daran als er.
4
Denn in Nichtigkeit kommt
sie, und in Finsternis geht sie
dahin, und mit Finsternis wird
ihr Name bedeckt;
5
auch hat sie die Sonne nicht
gesehen noch gekannt. Diese
hat mehr Ruhe als jener.
6
Und wenn er auch zweimal
tausend Jahre gelebt, und Gu-
tes nicht gesehen hätte: geht
nicht alles an einen Ort?
7
Alle Mühe des Menschen ist
für seinen Mund, und dennoch
wird seine Begierde nicht ges-
tillt.
8
Denn was hat der Weise vor
dem Toren voraus, was der
Arme, der vor den Lebenden
zu wandeln versteht?
9
Besser das Anschauen der
Augen als das Umherschweifen
der Begierde. Auch das ist Ei-
telkeit und ein Haschen nach
Wind.
10
Was entsteht, schon längst
war sein Name genannt; und
es ist bekannt, was ein Mensch
sein wird, und er vermag nicht
mit dem zu rechten, der stär-
ker ist als er.
11
Denn es gibt viele Worte,
welche die Eitelkeit mehren;
welchen Nutzen hat der
Mensch davon? Denn wer weiß,
was dem Menschen gut ist im
Leben, die Zahl der Tage sei-
nes eitlen Lebens, welche er
wie ein Schatten verbringt?
Denn wer kann dem Menschen
kundtun, was nach ihm sein
wird unter der Sonne?
7
kapitel
1
Besser ein guter Name als
gutes Salböl, und der Tag des
Todes als der Tag, da einer
geboren wird.
2
Besser, in das Haus der
Trauer zu gehen, als in das
Haus des Gelages zu gehen,
indem jenes das Ende aller
Menschen ist; und der Lebende
nimmt es zu Herzen.
3
Besser Bekümmernis als
Lachen; denn bei traurigem
Angesicht ist es dem Herzen
wohl.
4
Das Herz der Weisen ist im
Hause der Trauer, und das
Herz der Toren im Hause der