Hohelied
1424 
14
Würzrohr und Zimt, nebst
allerlei Weihrauchgehölz, Myrrhe
und Aloe nebst allen vortref-
flichsten Gewürzen;
15
eine Gartenquelle, ein Brun-
nen lebendigen Wassers, und
Bäche, die vom Libanon
fließen.
16
Wache auf, Nordwind, und
komm, Südwind: durchwehe
meinen Garten, laß träufeln
seine Wohlgerüche! Mein Ge-
liebter komme in seinen Garten
und esse die ihm köstliche
Frucht. -
5
kapitel
1
Ich bin in meinen Garten ge-
kommen, meine Schwester,
meine Braut, habe meine Myrr-
he gepflückt samt meinem Bal-
sam, habe meine Wabe geges-
sen samt meinem Honig, mei-
nen Wein getrunken samt mei-
ner Milch. Esset, Freunde; trin-
ket und berauschet euch, Ge-
liebte!
2
Ich schlief, aber mein Herz
wachte. Horch! Mein Geliebter!
Er klopft: Tue mir auf, meine
Schwester, meine Freundin,
meine Taube, meine Vollkom-
mene! Denn mein Haupt ist voll
Tau, meine Locken voll Tropfen
der Nacht.
3
Ich habe mein Kleid ausge-
zogen, wie sollte ich es wieder
anziehen? Ich habe meine Füße
gewaschen, wie sollte ich sie
wieder beschmutzen?
4
Mein Geliebter streckte seine
Hand durch die Öffnung, und
mein Inneres ward seinetwegen
erregt.
5
Ich stand auf, um meinem
Geliebten zu öffnen, und meine
Hände troffen von Myrrhe und
meine Finger von fließender
Myrrhe an dem Griffe des Rie-
gels.
6
Ich öffnete meinem Gelieb-
ten; aber mein Geliebter hatte
sich umgewandt, war weiterge-
gangen. Ich war außer mir,
während er redete. Ich suchte
ihn und fand ihn nicht; ich rief
ihn und er antwortete mir
nicht.
7
Es fanden mich die Wächter,
die in der Stadt umhergehen:
sie schlugen mich, verwundeten
mich; die Wächter der Mauern
nahmen mir meinen Schleier
weg.
8
Ich beschwöre euch, Töchter