Richter
589 
15
kapitel
1
Und es geschah nach einiger
Zeit, in den Tagen der Wei-
zenernte, da besuchte Simson
sein Weib mit einem Ziegen-
böcklein. Und er sprach: Ich
will zu meinem Weibe ins Ge-
mach gehen; aber ihr Vater
gestattete ihm nicht hineinzu-
gehen.
2
Und ihr Vater sprach: Ich
habe gewißlich gedacht, daß
du sie haßtest, und so habe
ich sie deinem Gesellen gege-
ben. Ist nicht ihre jüngere
Schwester schöner als sie?
Möge sie doch dein werden an
ihrer Statt.
3
Da sprach Simson zu ihnen:
Diesmal bin ich schuldlos an
den Philistern, wenn ich ihnen
Übles tue.
4
Und Simson ging hin und
fing dreihundert Schakale; und
er nahm Fackeln und kehrte
Schwanz an Schwanz und tat
eine Fackel zwischen je zwei
Schwänze in die Mitte,
5
und er zündete die Fackeln
mit Feuer an. Und er ließ sie
los in das stehende Getreide
der Philister und zündete so-
wohl Garbenhaufen als stehen-
des Getreide und Olivengärten
an.
6
Und die Philister sprachen:
Wer hat das getan? und man
sagte: Simson, der Schwieger-
sohn des Timniters, weil er ihm
sein Weib genommen und sie
seinem Gesellen gegeben hat.
Da zogen die Philister hinauf
und verbrannten sie und ihren
Vater mit Feuer.
7
Und Simson sprach zu ihnen:
Wenn ihr also tut es sei denn,
daß ich mich an euch gerächt
habe, danach will ich aufhören!
8
Und er schlug sie, Schenkel
samt Hüfte, und richtete eine
große Niederlage unter ihnen
an. Und er ging hinab und
wohnte in der Kluft des Fel-
sens Etam.
9
Und die Philister zogen he-
rauf und lagerten sich in Juda
und breiteten sich aus in Lechi.
10
Und die Männer von Juda
sprachen: Warum seid ihr wider
uns heraufgezogen? Und sie
sprachen: Um Simson zu bin-
den, sind wir heraufgezogen,
daß wir ihm tun, wie er uns
getan hat.
11
Da zogen dreitausend Mann