2
Samuel
727 
14
kapitel
1
Und Joab, der Sohn der Ze-
ruja, merkte, daß das Herz des
Königs nach Absalom stand.
2
Da sandte Joab nach Tekoa
und ließ von dannen ein kluges
Weib holen; und er sprach zu
ihr: Stelle dich doch trauernd
und ziehe Trauerkleider an und
salbe dich nicht mit Öl, und
sei wie ein Weib, das schon
viele Tage über einen Toten
trauert;
3
und gehe zum König hinein
und rede zu ihm nach diesem
Worte. Und Joab legte ihr die
Worte in den Mund.
4
Und das tekoitische Weib
sprach zu dem König; und sie
fiel auf ihr Antlitz zur Erde und
beugte sich nieder und sprach:
Hilf, o König!
5
Und der König sprach zu ihr:
Was ist dir? Und sie sprach:
Fürwahr, ich bin eine Witwe,
und mein Mann ist gestorben.
6
Und deine Magd hatte zwei
Söhne, und sie zankten sich
beide auf dem Felde, und nie-
mand war da, der rettend
dazwischentrat; und der eine
schlug den anderen und tötete
ihn.
7
Und siehe, das ganze Gesch-
lecht ist wider deine Magd
aufgestanden, und sie
sprechen: Gib den heraus, der
seinen Bruder erschlagen hat,
daß wir ihn töten für die Seele
seines Bruders, den er ermor-
det hat, und auch den Erben
vertilgen! Und so wollen sie
meine Kohle auslöschen, die
mir übriggeblieben ist, um mei-
nem Manne weder Namen
noch Überrest auf dem Erdbo-
den zu lassen.
8
Da sprach der König zu dem
Weibe: Gehe nach deinem
Hause, und ich werde deine-
thalben gebieten.
9
Und das tekoitische Weib
sprach zu dem König: Auf mir,
mein Herr König, und auf dem
Hause meines Vaters sei die
Ungerechtigkeit; der König aber
und sein Thron seien schul-
dlos!
10
Und der König sprach: Wer
wider dich redet, den bringe zu
mir, und er soll dich fortan
nicht mehr antasten.
11
Und sie sprach: Der König
gedenke doch Jehovas, deines
Gottes, damit der Bluträcher